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Herr von Hohenberg, sie sind Projektleiter und Regisseur vom Jugendfilmprojekt „Legend of Brothers“. Wie kommt man auf die Idee so ein Projekt zu starten?

Das ist eigentlich relativ einfach, denn ich komme beruflich aus dem Bereich Film und Fernsehen und bin zudem noch freier Mitarbeiter beim Bezirksjugendring. Da kombiniert man beides und schon kommt ein Jugendfilmprojekt heraus.

Was machen Sie beruflich genau?

Ich bin gelernter Schauspieler und hab mich zum Regisseur weitergebildet. In München hab ich bei vielen großen Projekten wie z.B. dem Kinofilm „Luther“, „Der Untergang“ oder „Traumschiff Surprise: Periode 1“ mitgewirkt, aber auch in Serien wie „Marienhof“, „Siska“ und „Um Himmels Willen“. Da lernt man sehr viel und dieses Wissen habe ich mit in meine Heimat gebracht um hier in der Filmproduktion meiner jetzigen Frau eigene Ideen umzusetzen.

Es ist ja schon eher gegen den Trend, von München wieder in die „Provinz“ zurück zu kommen. Was hat sie dazu bewogen?

Natürlich hat erst jeder gesagt „Du spinnst, was willst du da.“! Allerdings seh ich das anders. Wenn wirklich jeder das sinkende Schiff verlässt, dann ist keiner mehr da, der es vielleicht doch reparieren könnte. Soll heißen: warum soll man nicht versuchen in der eigenen Heimat etwas zu bewegen, statt zu sagen da ist eh nichts zu retten. Wir haben eine tolle Region, in der so einiges geht. Nur muss man dafür auch was tun. Vor allem nicht davor flüchten.

Und sie haben ja einiges bewegt. Inzwischen realisieren sie Projekte, die vor einigen Jahren sicher nicht denkbar gewesen wären.

Mir war von Anfang an klar, dass das schwierig wird. Mit meinem Beruf bin ich hier ein absoluter Exot. Leider musste ich sogar feststellen, dass sich einige Freunde, die wohl dann doch keine waren, von einem abwenden und lieber ins Lager der „Lästerer“ wechselten. Das macht es manchmal nicht einfacher. Doch ich hatte mit meiner jetzigen Frau eine verständnisvolle Partnerin, meine Eltern hielten zu mir und ein paar gute Freunde blieben ja auch. Da muss man ein dickes Fell haben und sich durchbeißen. Nach ein paar auch finanziell harten Jahren klappte es dann immer besser. Plötzlich finden Ideen Gehör. Man lernt die Entscheidungsträger besser kennen und das ist sehr wichtig. Ich denke regional hat mir vor allem das Eigenprodukt „Das Hohe Fichtelgebirge – ein Flug in die Natur“ viel Anerkennung eingebracht. Da haben auch Kritiker gemerkt, dass ich eher ein Gewinn für die Region bin. Seitdem werden die positiven Stimmen mehr. Zur Zeit gehe ich ein Projekt an, das in dieser Form vor einigen Jahren sicher keine Chance gehabt hätte. Ich drehe einen Imagefilm für das nördliche Fichtelgebirge im Stile eines Agentenfilmes. Undenkbar, dass jemand aus unserer Region so einen Auftrag vorher bekommen hätte. Entweder hätte derjenige aus Hamburg oder Berlin kommen müssen oder es wäre nie dazu gekommen. So langsam fruchten aber auch hier meine Argumente. Unsere Region muss sich aus dem Einheitsbrei hervortun und endlich mal was wagen. Inzwischen gibt es Bürgermeister, die sich das trauen und jemandem aus der Region vertrauen.

Wie wurden die Jugendfilmprojekte angenommen?

Anfangs gar nicht. Als wir unser erstes Projekt „Good Heavens“ planten, schüttelte eigentlich jeder den Kopf. Mit gerade mal 2000 Euro und viel Improvisation wurde da gearbeitet. Aber immerhin: Es kamen 40 Minuten Videofilm dabei raus. Beim zweiten Projekt „The Evolution Evidence“ wollten wir dann schon größere Brötchen backen. Nur musste ich feststellen, dass es unheimlich schwierig ist, eine Finanzierung über 5000 Euro hinweg auf die Beine zu stellen. Überall wo ich hinkam wurde ich belächelt und musste mir anhören, dass Jugendliche aus unserer Region doch nicht fähig wären einen Film zu drehen. Irgendwie bekam ich es dann doch hin, 12000 Euro zu sammeln. Wir drehten 2 harte Wochen mit mindestens 15 Stunden am Tag. Leider reichte das Geld nicht. Ich wollte aber den Film fertig stellen. So steckten meinen Lebensgefährtin und ich alles was wir irgendwie hatten in das Projekt. Der Film wurde fertig und spielte zum Glück zumindest das Geld wieder herein. Am Schluss kamen wir auf Null. Wichtig war dabei aber, dass wir allen gezeigt hatten dass wir mit wenig Geld und vor allem Jugendlichen aus Oberfranken einen abendfüllenden Spielfilm zaubern konnten. Das sollte später auch einige Türen wesentlich leichter öffnen.

2010 startete ihr neues Projekt „Legend of Brothers – Der Schatz der Rudolfsteiner“. War die Durchführung hier einfacher?

Nicht wirklich. Wir wollten diesmal ja noch größer, noch besser und vor allem noch prominenter werden. Stillstand wäre fatal, also musste was Neues her. Ich versuchte meine Lehren aus dem letzten Projekt zu ziehen. Weniger selbst machen, mehr Geld und damit mehr Zeit haben. Alles schöne Vorsätze, die aber schwerer umzusetzen waren als gedacht.

Warum? Gab es wieder Probleme?

Vielleicht zuerst mal die Sache mit dem Geld. Wir brauchten diesmal mindestens 80.000 Euro, was zu den 17.000 Euro vorher schon heftig war. Dafür gingen wir die Sparkasse an, den bayerischen Kulturfonds und die Oberfrankenstiftung. Bei der Sparkasse fiel der Antrag erst mal komplett durch, da vorher schon viel Geld ans Porzellanikon geflossen war. Ein harter Schlag. Der Kulturfonds wartete mit seiner Entscheidung bis drei Wochen vor Drehbeginn und die Oberfrankenstiftung machte sich ihre Entscheidung auch nicht leicht. Das es schwierig ist, so viel Geld einem für viele Entscheider sicher vagen Projekt zu geben, kann ich schon verstehen. Aber meine Arbeit machte es nicht leichter. Ich bin einigen rührigen Personen sehr dankbar, dass sie uns so stark unterstützt haben. Hier ist vor allem Landrat Dr. Döhler zu nennen, der sich wirklich für uns eingesetzt hat. Zum Glück kamen die Gelder dann nach und nach. Auch die Sparkasse Hochfranken spendete einen Teil der beantragten Gelder. Mit einigen regionalen Sponsoren zusammen, haben wir dann doch unsere Finanzierung auf sichere Beine stellen können. Daher Danke an alle Fördergremien und Entscheider für die Unterstützung.
Mit allem Anderen war es allerdings deutlich einfacher. Dadurch, dass ich mir in der Region doch schon einen Namen gemacht hatte, wurden Drehgenehmigungen und ähnliches unkompliziert erteilt. Da bin ich den Leuten wirklich sehr dankbar. Das Projekt durfte in dieser Hinsicht viel positive Unterstützung erfahren.

War es schwer die passenden Jugendlichen zu finden?

Bei einem solchen Projekt lockst du automatisch Jugendliche an. In Zeiten von DSDS und anderen Castingshows hoffen viele das kleine bisschen Ruhm zu ergattern. Bei uns geht es zwar nicht um Ruhm sondern eher um Lernen und Erfahren, aber das reicht vielen auch. Wir haben ein paar Castings in Oberfranken durchgeführt und hatten schnell Team und Schauspieler zusammen. Durch ein Videocasting in unseren Studioräumen konnte ich zusammen mit dem Schauspieler Giovanni Arvaneh die 4 jungen Menschen herauspicken, die dann als Hauptdarsteller vorne an stehen würden.

Klappte auch die angestrebte Arbeitsverteilung?

Leider nicht so gut, wie ich mir das gewünscht hätte. Ich war ja beim vorherigen Projekt Produzent, Produktionsleiter, Drehbuchautor, Regisseur und Schauspieler in Personalunion. Das wollte ich hier vermeiden. Am Besten klappte das beim Drehbuch. Mit Susanne Hoch fand sich eine junge Autorin aus Hof, die sich mit Begeisterung an die Arbeit machte. Ich brauchte ihr eigentlich nur meine Ideen zu geben und sie verfasste das Drehbuch. Beim Produktionsleiter wurde es dann schon schwieriger. Zuerst hatte ich jemanden, der das komplett übernehmen wollte. Leider bekam er ein so gutes berufliches Angebot, genau für diesen Zeitraum, dass ich leider wieder alleine dastand. Alleine ist nicht ganz richtig. Ich habe natürlich ein tolles Team vom Verein her, welches mich so gut es geht unterstützt. Aber bestimmte Sachen kann nur ein erfahrener Produktionsleiter machen, der dafür auch die Zeit hat. Den gibt es hier aber nicht an jeder Straßenecke und ohne Bezahlung kommt auch keiner hierher. Beim Dreh sollte mich dann meine Regieassistentin so gut es geht entlasten, aber auch hier schlug das Pech, in dem Fall sehr hart, zu. An dem Tag, an dem meine Regieassistentin anreisen sollte, verstarb ihr Vater überraschend. An ein Jugendfilmprojekt war da natürlich nicht mehr zu denken. Deshalb übernahm meine 2. Regieassistenz den Job. Ihr fehlte allerdings noch die Erfahrung, was beim Dreh manchmal schwierig war. Aber ich war sehr froh, sie dabei zu haben. Unter der Mehrbelastung meiner Person hat sicher auch oft das Projekt gelitten, was mich am meisten ärgert, aber da musste ich durch.

Wie kamen die Prominenten ins Boot?

Durch meine vorherige Arbeit in München war das vergleichsweise einfach. Ich konnte die meisten einfach anrufen und direkt fragen. Ich hatte da auch bestimmte Vorstellungen, wer welche Rolle spielen sollte und bekam tatsächlich fast meine Wunschbesetzung. Ich hatte für den Michalski z.B. immer den Christian Storm im Kopf und als der dann auch noch zusagte, war ich schon happy. Mit Miroslav Nemec konnte ich einen der wirklich beeindruckendsten Schauspieler Deutschlands gewinnen. Die Rolle des Gasparov ist durch seine Präsenz unglaublich gut geworden. Giovanni Arvaneh übernahm ja nicht nur eine Rolle, sondern auch das Schauspielcoaching der Hauptdarsteller. Das wurde dadurch besonders schwer, da er sich genau in dieser Zeit parallel auf seine schweren Sterbeszenen in Marienhof vorbereiten musste. Monica Ivancan war nicht nur ein Gewinn für den Film, sondern natürlich auch für mich. Ich hatte den glücklichen Umstand ihren Mann spielen zu dürfen und war laut ihrer Aussage der erste Mann, den sie seit längerem geküsst hat. Kann auch nicht jeder von sich behaupten. Bei Karl-Theodor zu Guttenberg war das größte Problem eigentlich den Termin zu finden. Als ich ihn fragte, kam sofort eine Zusage. Wir kannten uns schon aus dem Vorstand eines Vereines und er fand die Idee Jugendlichen so etwas zu ermöglichen und damit auch noch Oberfranken zu bewerben unterstützenswert. Das war natürlich vor allem medientechnisch der wichtigste Part.
Inzwischen hat sich in Bezug auf Herrn zu Guttenberg viel getan. Hat das Projekt darunter gelittten?

In keinster Weise. Natürlich war ich erst mal geschockt, als er zurückgetreten ist. Ich sah schon Probleme auch auf unser Projekt zukommen. Doch das war nur die erste Reaktion. Ich halte ihn nach wie vor für einen der besten Politiker, die Deutschland passieren können. Er hat sicher Fehler gemacht, davor sind wir alle nicht gefeit, schon gar nicht unsere Herren Politiker, die sich in der Affäre Guttenberg so unglaublich wichtig hervorgetan haben. Mein Problem war eher, wie erkläre ich meinen Jugendlichen die Situation. Den Fehler Guttenbergs zu erklären war einfach. Der ist passiert und führte zum Rücktritt. Was allerdings schwieriger war, ist das Verhalten der anderen Politiker, allen voran Trittin und Gabriel, zu erklären. Wir in der Jugendarbeit predigen immer einen ordentlichen Umgang miteinander. Was da allerdings passiert ist, was schlicht gesagt eine Sauerei! Nach der Geschichte ist ordentlichen Umgang zu lehren schwerer geworden.

Nicht zu betrügen sicher auch?

Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob man da wirklich von vorsätzlichem Betrug sprechen kann. Jeder von uns hat doch schon mal wichtige Sachen aus Bequemlichkeit oder Unachtsamkeit unter den Tisch fallen lassen. Nur da hat es sich über die Jahre gehäuft. Ich war selbst erstaunt, dass ein sonst so übergenauer Mensch anscheinend so unbedarft mit dieser Arbeit umgegangen ist. Sicher keine Kleinigkeit, aber kein Grund jemanden für immer zum Betrüger abzustempeln. Da gibt es auf der Welt ganz andere, die diese Bezeichnung verdienen.

Bleibt die Szenen mit Guttenberg im Film?

Aber sicher! Warum sollte sie heraus? Herr zu Guttenberg ist auch als Privatperson Teil dieses Filmes und unseres Teams. Ich finde es beachtenswert, dass ein zu diesem Zeitpunkt so ranghoher Bundespolitiker sich die Zeit nimmt, in seiner Heimat für ein gemeinnütziges Projekt mit Jugendlichen da zu sein. Zudem ist er immer noch ein wichtiger Prominenter. Ich würde mich sehr freuen, ihn mit seiner Familie auf unserer Premiere begrüßen zu können. Ich hoffe es ruft nicht zu viel Wehmut hervor, sich als Minister noch einmal zu sehen.

Glauben Sie, dass die Medien diesen Auftritt negativ bewerten könnten?

Ich fände es verwerflich so etwas zu tun. Sicher kommt die ein oder andere Spitze gegen seine Person. Manche können sich das eben einfach nicht verkneifen. Aber in Zusammenhang mit einem gemeinnützigen Projekt negative Berichte zu bringen wäre respektlos gegenüber der Person Guttenberg, der sich für die Sache mit seiner knappen Zeit eingesetzt hat und allen Jugendlichen und Machern, die 4 Wochen ihrer Ferien-Freizeit in dieses Projekt gesteckt haben.

Wie sind die Dreharbeiten verlaufen?

Wettertechnisch katastrophal. Wir hatten ständig Regen, Wolken und Sonne im Wechsel. Da lässt sich nur schwer arbeiten und noch schwerer planen. Der Drehplan wurde schon am 2. Tag umgeschmissen. Das ist aber nicht so einfach, da man ja an bestimmten Motiven zu bestimmten Zeiten drehen muss. Zudem haben unsere Promis nicht immer Zeit. Das erfordert zusätzliche Planungen und leider auch mehr Zeit. Irgendwie klappt es aber dann doch immer wieder, weil eben alle an einem Strang ziehen.

Hat die Crew so funktioniert wie sie das erwartet haben?

Grundsätzlich erwarte ich mir eigentlich erst mal gar nichts. Jede Gruppe ist anders und funktioniert auch anders. Am Anfang muss man den Jugendlichen Zeit geben, ihren Platz in der Gruppe zu finden. Vor allem die Aufgaben waren neu. Wir haben zwar im Vorfeld Schulungen gemacht und versucht schon viel zu erklären, aber die Praxis sieht oft anders aus. Ich war als Beispiel froh, dass Christian Storm relativ schnell die Aufnahmeleitung mit übernommen hat, da Ramona das einfach erst lernen musste. Das ist einer der schwierigsten Jobs am Set, weil man oft mal auch der "Böse" sein muss, der die anderen zur Arbeit treibt. Man muss deligieren lernen und gleichzeitig die vorbildhafteste Person am Set sein. Nach ein paar Tagen fand sie sich rein und das klappte dann wesentlich besser. Dass nicht immer alles perfekt laufen kann, liegt in der Natur der Sache. Wir arbeiten hier eben mit einem Team von Jugendlichen, die ihre Filmerfahrung vom Making of der letzten DVD haben. Das ist nun mal der Charakter eines Jugendfilmprojektes. Viel mehr Arbeit für die Profis, manchmal bis zur Verzweiflung. Aber mit vielen Spaßmomenten!

Gibt’s Beispiele?

Ich bin oft verzweifelt. Aber das weiß ich immer schon im Voraus. Allerdings gibt’s Momente, da fällt einem nichts mehr ein. Wir haben zum Beispiel am Marktplatz in Weißenstadt gedreht und Christian Storm musste sehr rasant mit einem Sportwagen um die Ecke biegen. Wir haben alles abgesperrt und ich hatte jedem eingeschärft sehr aufmerksam zu sein. Als wir dann geprobt haben, hab ich meine Aufnahmeleiterin gefragt ob alles ok ist und alle da sind wo sie sein sollten. Die Antwort über Funk war, dass sie das nicht wüsste, weil sie gerade in der Pizza das Essen bestelle. Keine 3 Minuten später sehe ich Leute über die Strasse laufen, wo eigentlich Sekunden später der Wagen angebrettert kommt. Meine Absperrposten saßen daneben auf einer Bank und hatten sich munter unterhalten. Von absperren keine Rede. Das sind die Moment wo man sich mit einem Bein im Gefängnis sieht und man sich fragt, ob es das alles wert ist. Das Problem dabei ist, dass den jungen Leuten manchmal noch der Sinn für die Wichtigkeit mancher Aufgaben fehlt. In deren Gedanken hat da eben die Versorgung der Crew vorrang, weil ich irgendwann mal gesagt habe, dass das Essen am Set einer der wichtigsten Momente für die Moral ist.

Und ist es das wert?

Ich denke ja. Denn wenn man immer nur das Negative sieht und die Arbeit scheut, kann auch nichts werden. Diese Beispiele sind nur ein ganz kleiner Part des Ganzen. Wir hatten bei den Dreharbeiten viel Spaß und haben alle viel gelernt. Wir vermitteln den Jugendlichen bei solchen Projekten ja nicht nur wie man einen Film dreht. Das geht viel weiter. Teamarbeit, Hilfsbereitschaft und viele Dinge fürs Leben werden hier vermittelt. Das sind manchmal auch kleine Dinge. Wir hatten doch tatsächlich Mädels dabei, die in ihrem ganzen Leben noch nicht Geschirr abgewaschen oder abgetrocknet haben. Auch das gehört dazu. Putzen scheint auch nicht mehr zum Allgemeinwissen zu gehören. Egal ob Junge oder Mädchen. Das können sich viele nicht vorstellen, aber nach vier Wochen gehen die Jugendlichen hier mit viel mehr Rüstzeug fürs Leben weg, als sie oft von Zuhause oder der Schule bekommen. Bei uns merken sie, dass ihnen was zugetraut wird und das geben sie durch Eifer und Offenheit für Neues zurück.

Wie geht’s mit dem Film jetzt weiter?

Der Film hat am 6. Mai Premiere. Wir möchten unseren Teilnehmern einen möglichst tollen Rahmen geben. Mit rotem Teppich und allem was dazugehört. Ich hoffe, dass viele Leute zur Premiere kommen und die Jugendlichen feiern. Vor allem die Medien sind aufgerufen das Projekt gut in Szene zu setzen. Das haben alle verdient. Danach wird der Film in 6 Sondervorstellungen in der Fichtelgebirgshalle zu sehen sein. Ich werde selbst immer vor Ort sein und den Leuten was zum Projekt erzählen. Dann soll es in die regionalen Kinos gehen. Wenn wir Glück haben, interessiert sich sogar ein Fernsehsender für den Film. Natürlich ist er nicht so perfekt wie ein komplett professioneller Film. Dafür ist es ja auch ein Jugendfilmprojekt. Aber wenn ich mir so manchen Film oder Serie ansehe, dann können wir da locker mithalten. Sehenswert ist unser Film allemal.



Wird es ein weiteres Jugendfilmprojekt geben?

Ja, denn ich kann es nicht lassen. Ich schwöre mir zwar jedes Mal ausschließlich wieder rein professionelle Projekte zu machen, aber dann würde mir was fehlen. Aber auch für mich ist es wichtig, sich weiter zu entwickeln. Deshalb wird das nächste Projekt wieder größer, teurer und jetzt international. Ich möchte gerne ein Jugendfilmprojekt in Oberfranken mit Jugendlichen aus mindestens 10 europäischen Ländern drehen. Diesmal in Englisch und mit einigen internationalen Stars besetzt. Das wäre auch für mich ein großer neuer Schritt. Den hab ich vor zu machen und in voraussichtlich 4 Jahren wird es wieder eine Premiere geben.

Danke für das Gespräch!